Archiv für die Kategorie 'Mannschaften'

Erste Mannschaft startet mit viel Glück ins Unternehmen Wiederaufstieg

Mittwoch 18. September 2013 von Michael Meinhardt

Bis (beinahe) in die letzte der 360 Minuten musste die erste Mannschaft um den Sieg gegen den potentiellen Stolperstein Hellertaler SF bangen. Viele der insgesamt etwa zweihundert Teilnehmer der zentralen ersten Runde in Kreuztal-Buschhütten drängelten sich um das letzte noch laufende Brett der gesamten Veranstaltung, an dem Manfred Schneider und Christian Reiffenrath ein abwechslungsreiches Turmendspiel ausfochten. Spulen wir aber zunächst etwas zurück….
Bereits zum vierten Mal trug der Schachbezirk Siegerland alle Mannschaftskämpfe der ersten Runde zentral an einem Ort aus, zum dritten Mal fiel die Wahl auf die Turn- und Festhalle Buschhütten. Auch die Kämpfe der im Verband spielenden Teams fanden dort statt, darunter auch unser erster Auftritt in dieser Verbandsklassen-Saison. Mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg in die Verbandsliga angetreten, benötigten wir natürlich einen Sieg gegen den Bezirkskonkurrenten, wussten aber vorher, dass dies eine knappe Angelegenheit wird.
Am sechsten Brett traf Andreas Piskorz mit Schwarz auf Wolfgang Petri. Auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin verzichtete Andreas auf sein Standard-Eröffnungsrepertoire und wich auf eine andere Variante aus. Systemgemäß öffnete Andreas schnell Linien am Damenflügel, wohin sich Petris König verkrochen hatte. Am Königsflügel und im Zentrum machte Petri die größeren Fortschritte. Um den schwarzen König im Zentrum zu halten, opferte Petri sogar eine Qualität für einen Bauern. Andreas reagierte zunächst richtig, wählte aber dann den falschen Zeitpunkt, um die Qualität vorteilhaft zurückzugeben, da Petri direkt im Anschluss durch einen nicht offensichtlichen Doppelangriff eine weitere Figur gewinnen konnte. Andreas gab auf, 0-1.
Am achten Brett spielte Frank Mickisch mit Schwarz gegen Markus Vollmer. Letzterer gab früh das Läuferpaar, sicherte sich aber die Kontrolle über wichtige Zentrumsfelder. Frank versuchte die Stellung für seine Läufer zu öffnen, was aber nicht so recht gelingen wollte. Nach einigen Abtauschen forcierte Vollmer eine Zugwiederholung, obwohl er durch einen Schwenk seiner Aufmerksamkeit zum Damenflügel etwas Vorteil hätte erreichen können, 0,5-1,5.
Den Ausgleich erzielte Daniel Mohr am siebten Brett gegen Manfred Herfel. Mit einer tausendfach getesteten Bullet-Varianten staubte Daniel schon nach wenigen Zügen einen Bauern inklusive Stellungsvorteil ab. Herfel überlegte und überlegte, fand aber keinerlei Möglichkeit, Kompensation für den Bauern zu erhalten. Herfel versuchte es noch mit dem letzten Trick, dem Remisangebot in großer Zeitnot und verlorener Stellung, aber auch davon ließ sich Daniel nicht aus dem Konzept bringen und setzte Herfel wenige Züge später Matt, 1,5-1,5.
Meine Partie an Brett drei gegen Sven Müller verlief zunächst in etwa wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich hatte im Vorfeld die richtige Eröffnung erraten und mir ein paar Zugfolgen und Pläne dazu angeschaut. In dem entstandenen Stellungstypen mit schwarzem Isolani auf der d-Linie war ich bestrebt, mit Weiß zwei Figurenpaare auf c5 abzutauschen, um die schwarze Aktivität einzudämmen. Ersteres gelang mir auch, durch ein Versehen konnte Müller aber direkt im Anschluss an diese Abtauschaktion noch einen weiteren Tausch erzwingen, nämlich den, seines Isolanis gegen einen meiner Damenflügelbauern. Damit war der schöne statische Vorteil dahin, die Aktivität auf Seiten des Nachziehenden blieb. Durch eine weitere Abtauschkombi konnte ich den Druck abschütteln, allerdings war die Stellung danach absolut spannungslos, sodass ich Müllers Remisangebot akzeptierte, 2-2.
Lange Zeit sah es am ersten Brett so aus, als könnte Sebastian Send mit Weiß den Punkt gegen Rahim Rahimi einfahren. Sebastian wies nach der Eröffnung die bessere Entwicklung sowie einen blanken Mehrbauern auf. Rahimi schaffte es aber, aus dem Nichts Verwirrung zu stiften. Sebastian verrechnete sich bei einem Figurenopfer und stand nach der Zeitkontrolle mit einer Minusfigur da, 2-3.
Der erneute Ausgleich ging auf das Konto von Olaf Düber am fünften Brett. Olaf weichte im Mittelspiel den Damenflügel seines Gegners Matthias Mellmann auf und isolierte den schwarzen c-Bauern. Diesen sackte Olaf ein und in Zeitnot gesellte sich noch ein zweiter Mehrbauer hinzu. Das entstandene Endspiel mit Dame und Turm auf beiden Seiten barg noch Dauerschachgefahren, aber Olaf erzwang zunächst den Turmtausch und als der Damentausch unausweichlich war, hatte Mellmann genug gesehen, 3-3.
Zäh verlief die Partie an Brett vier zwischen Uwe Eckardt und Rolf Haßler, erst im 34. Zug verließ der erste Bauer das Brett. Umso turbulenter ging es aber dann zu. Uwe parkte seinen schwarzfeldrigen Läufer in der weißen Königsstellung am Damenflügel und versuchte schweres Gerät nachzuholen. Haßler ging derweil am Königsflügel auf Bauernfang. Lange war nicht klar, welche Strategie mehr Erfolg versprechen sollte, aber nach und nach kristallisierte sich heraus, dass Uwes Angriff nicht durchschlagen wird. Aber zu meinem Erstaunen gab sich Haßler in klar besserer Stellung mit einem Dauerschach zufrieden, 3,5-3,5.
Damit war die Bühne frei für den Showdown an Brett zwei. Nach etwa 20 Zügen hätte ich nicht gedacht, dass diese Partie überhaupt ins Endspiel kommt. Manni hatte mit Schwarz reichlich Entwicklungs- und Raumnachteil zu beklagen, aber Reiffenrath fand nichts Konkretes (es gab aber wohl auch nichts). Manni tauschte ein paar Figuren, was bekanntlich bei Raumnachteil ein guter Verteidigungsplan ist und schloss die Entwicklung ab. In Zeitnot passierte es, Manni lief zweizügig in eine Springergabel, aber – Reiffenrath nahm die angebotene Qualität nicht und tauschte stattdessen in ein schwierig zu beurteilendes Turmendspiel. Manni, der die Weisung „Remis reicht“ bekommen hatte, bot sowohl verbal als auch per Zugwiederholung Remis an, aber Reiffenrath ging aufs Ganze und überreizte just in dem Moment, in dem er selbst Remis anbot. Manni nutzte die Gunst der Sekunde, schaltete in den Gewinnmodus um und wickelte in ein klar gewonnenes Turmendspiel ab. Dass die Partie schließlich durch Zeitüberschreitung Reiffenraths entschieden wurde, setzte der Dramatik nur noch die Krone auf, 4,5-3,5.
Damit haben wir unser Glückskonto aufgebraucht und müssen den Rest der Saison ohne selbiges auskommen, um den Wiederaufstieg zu packen.
Die zweite Mannschaft verlor gegen nur sechs Gosenbach-Eiserfelder mit 3-5, nur Martin Schneider konnte am Brett punkten, Heinz-Roland Send und Martin Reinschmidt beschränkten sich auf die Zuschauerrolle.
Mit 1,5-4,5 verlor die kurzfristig auf fünf Spieler dezimierte dritte Mannschaft gegen den SC Niederfischbach. Mannschaftsführer Andreas Schöning gewann, Sai Agash Surendran spielte Remis.

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Aus im NRW-Pokal

Sonntag 2. Juni 2013 von Michael Meinhardt

Am Samstag machten wir uns auf die 150 Kilometer weite Reise nach Hochneukirch im Schachbezirk Linker Niederrhein, um mit dem Gastgeber, dem Bundesligisten SG Solingen und dem NRW-Ligisten Klub Kölner Schachfreunde an der Zwischenrunde im NRW-Pokal teilzunehmen. Vor Ort wurden wir gegen die SG Hochneukirch gelost, die mit zwei Spielern über 2200 und einem über 2100 DWZ deutlich favorisiert waren.
Am dritten Brett musste ich mit Weiß gegen Marcel Harff antreten. Nach der Eröffnung stand eine typische d-Bauer-Isolani-Struktur auf dem Brett, in der ich aber einige Tempi verschwendet hatte. Dadurch hatte Harff sich schon lehrbuchmäßig gegen den Isolani aufgebaut, während meine zu erwartende Initiative am Königsflügel noch auf sich warten ließ. Auch der Abtausch zweier Leichtfigurenpaare war im Nachhinein gesehen keine gute Idee von mir, die erhoffte Schwächung der schwarzen Felder um den schwarzen König blieb bedeutungslos. Harff eroberte meinen schwachen Bauern und stand auf Gewinn. Dass ich das Ende der Partie durch einen banalen Figureneinsteller beschleunigte, war nicht notwendig, änderte aber nichts an unserem frühen Rückstand, 0-1 (BW: 0-2).
Am zweiten Brett spielte Uwe Eckardt mit Weiß gegen Norbert Eßer. Uwe baute sich verhalten auf, ritt aber dann mit beiden Schimmeln in Richtung schwarzer König. Dort angekommen opferte sich eines der Tiere für drei schwarze Bauern, auch dem Damentausch konnte Uwe nicht ausweichen. Eßer wickelte in ein Endspiel mit Turm, Läufer und vier Bauern gegen Turm und sieben Bauern auf Uwes Seite ab. Ich vermutete noch lang anhaltende Gewinnversuche von Schwarz, aber Uwe stellte sich so geschickt auf, dass Eßer keinen Fortschritt sah und Remis anbot, 0,5-1,5 (BW: 1,5-3,5).
Das Duell an Brett eins zwischen Sebastian Send und Michael Coenen verlief zunächst positionell geprägt. Coenen hatte sich früh das Läuferpaar gesichert, was aber angesichts der geschlossenen Stellung kein Nachteil für Sebastian war. Um den zwanzigsten Zug herum ging Sebastian in den Taktikmodus über, da Coenen nur noch über wenig Bedenkzeit verfügte. Sebastian opferte eine Figur und setzte alles auf seine beiden Freibauern auf c2 und e2. Coenen übersah an einer Stelle den Übergang in ein remises Endspiel, das mit dem Rückopfer der Figur gegen die beiden Freibauern zu erreichen war und musste für jeden der beiden Bauern einen Läufer spucken, 1,5-1,5 (BW: 5,5-3,5)
Somit hing alles von der Partie Olaf Düber und Siegfried Coenen an Brett vier ab. Olaf reichte ein Remis, da Sebastian uns in der Berliner Wertung mal wieder uneinholbar in Führung gebracht hatte. Praktisch gesehen war es aber schwierig für Olaf, der zwar über einen vorgerückten Freibauern auf der a-Linie verfügte, zur Unterstützung aber neben einem Turm nur einen kurzschrittigen Springer zur Verfügung hatte. Coenen schaffte es, seinen Turm hinter den Freibauern zu bringen und den schwarzfeldrigen Läufer auf die lange Diagonale zu überführen, um Olafs Freibauern zu bändigen. Danach konnte Coenen in aller Ruhe seinen f-Freibauern in Bewegung setzen, wogegen Olaf kein Mittel hatte, 1,5-2,5.
Obwohl wir uns über das Ausscheiden ärgerten, blieb uns doch aus positiver Sicht eine weitere Reise über 300 Kilometer am Sonntag und eine zu erwartende klare Niederlage gegen den Bundesligisten SG Solingen erspart.

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Dritte Mannschaft hält die Bezirksklasse

Donnerstag 16. Mai 2013 von Michael Meinhardt

Um nichts ging es für uns in unserem vorerst letzten Verbandsligakampf in Bergneustadt, abgesehen von dem Ehrgeiz, nicht gänzlich ohne Sieg absteigen zu müssen. Für unseren Gastgeber SV Bergneustadt/Derschlag ging es um mehr, der Tabellenvorletzte musste unbedingt gewinnen, um uns nicht in der nächsten Saison wieder Gesellschaft zu leisten.
Die erste beendete Partie gab es am zweiten Brett, wo die Symmetrie und das Gleichgewicht zwischen Uwe Eckardt und Thomas Freundlieb nie wirklich gestört war, Remis nach 18 Zügen, 0,5-0,5.
Weniger erfolgreich für uns verlief die Partie zwischen Andreas Piskorz mit Schwarz und Friedhelm Michalik an Brett sechs. Andreas hatte mit Schwarz früh einen Bauern geopfert, erlangte aber nicht genügend Gegenspiel. Der durch das Opfer entstandene freie weiße b-Bauer avancierte zum Matchwinner für Michalik, 0,5-1,5.
Am dritten Brett saßen sich Patrick Scholl und Paul Stümer gegenüber. Patrick sperrte unter doppeltem Bauernopfer die schwarze Dame am Damenflügel ein und versuchte selbige zu erobern. Doch Stümer erspähte eine taktische Ressource, um seine Dame zu retten und sackte auf dem Heimweg noch mehr Material ein, 0,5-2,5.
Sehr riskant legte Sebastian Send am Spitzenbrett seine Partie gegen Frank Chlechowitz an. Durch ein sehr frühes, nicht bekanntes Bauernopfer riss Sebastian die Initiative an sich, aber Chlechowitz verteidigte sich geschickt und konnte in eine klar bessere Stellung abwickeln. Dennoch akzeptierte er nach 25 Zügen Sebastians Remisangebot, da beide nur noch über ein paar Minuten Bedenkzeit verfügten, 1-3. Für eine nähere Betrachtung der Partie sorgt der Schwarzspieler in seinem Blog selbst: Der Schachfloh
Der einzige Sieger des Tages auf unserer Seite war Manfred Schneider, der mit Weiß an Brett sieben gegen Sebastian Heitmann gewinnen konnte. Manni stand zunächst unter Druck, doch sein Gegner brachte ein fragwürdiges Opfer, das Manni mit einem Rückopfer entschärfte. Mit Hilfe zweier (!) Springergabeln fuhr Manni dann sogar den ganzen Punkt ein, 2-3.
Nach einer schwerblütigen und somit zeitraubenden Eröffnung landeten Frank Mickisch und Maciej Kaczmarek an Brett acht schnell in horrender Zeitnot. Kaczmarek schaffte es, am Damenflügel durchzubrechen. Nach der Zeitkontrolle betrachtete Frank ein verlorenes Endspiel, das er nach ein paar Zügen aufgab, 2-4.
Lange Zeit machte ich mir am vierten Brett mit Schwarz gegen Frank Fink Hoffnungen auf den ganzen Punkt. Bis zum 14. Zug konnte ich einer Vorbereitung folgen, die ich ein paar Wochen zuvor für eine Pokalpartie gemacht habe. Fink musste einen Bauern geben und stand zudem mit seinem Damenturm passiv hinter seinen Bauern. Im Endspiel gab es zwei klare Chancen für mich den Sieg einzufahren, doch leider brach ich beide Male meine Berechnungen einen Zug zu früh ab. Fink schaffte es, mit seinem Springer für Unruhe zu sorgen und stellte einige unangenehme Drohungen auf. Die letzte Drohung wehrte ich kurz vor der Zeitkontrolle so ungeschickt ab, dass Fink mit dem 41. Zug in eine Remisschaukel einschwingen konnte, 2,5-4,5.
Die letzte Partie der Saison beendete Olaf Düber an Brett fünf gegen Christoph Hojka. Letzterer behandelte die Eröffnung mit Schwarz sehr originell, doch Olaf ließ sich dadurch nicht verwirren und bog mit etwas Vorteil ins Mittelspiel ein. Diesen konnte er aber nicht weiter ausbauen und musste sich in Zeitnot sogar schwarzem Gegenspiel erwehren. In unübersichtlicher Stellung nach der Zeitnot bot Olaf, als der Kampf gelaufen war, Remis an, was Hojka akzeptierte, 3-5.
Da der direkte Konkurrent der Bergneustädter, die Märkischen Springer Halver-Schalksmühle, mit 1-7 gegen Schwerte unter die Räder kamen, bleiben uns die Oberbergischen in der nächsten Verbandsklassen-Saison erspart. Dennoch wird der angepeilte Wiederaufstieg angesichts der Konkurrenz aus u.a. Lüdenscheid, Kreuztal und Halver-Schalksmühle eine schwierige Mission. Topscorer war Manfred Schneider, der mit fünf Punkten aus sieben Partien als einziger Stammspieler sowohl mehr als 50% holte und ein DWZ-Plus verzeichnete.
Mit einem ausgekämpften 4-4 in Herdorf ließ die zweite Mannschaft die Saison ausklingen. Die vollen Puinkte holten Heinz-Roland Send, Stefan Töpler und James Gray, Remis spielten Hans-Wolfgang Dittmann und Martin Schneider. Damit beendet die Zweite die Bezirksliga-Saison jenseits von Gut und Böse auf Platz 5. Das beste Ergebnis erzielte Stefan Töpler, der am dritten Brett sieben Punkten aus neun Partien glänzte.
Durch ein 3-3 beim direkten Abstiegskonkurrenten SV Betzdorf-Kirchen II machte unsere dritte Mannschaft den Klassenerhalt in der Bezirksklasse perfekt! Einen souveränen Sieg am ersten Brett verzeichnete Christian Haßler, am dritten Brett kam Tim Alhäuser zwar schlechter aus der Eröffnung, zeigte aber dann Kampfgeist und taktisches Geschick, was den zweiten vollen Punkt einbrachte. Die Remisen von Florian Schnutz und Sebastian Schmidt brachten dann das Mannschaftsremis und nach Bekanntgabe der Niederlage von C4 II den hochverdienten Klassenerhalt. Mit 4,5 aus 6 bzw. 4 aus 5 waren Laurin Göb und Tim Alhäuser die fleißigsten Punktesammler, beide können sich zudem über DWZ-Zuwachs im dreistelligen Bereich freuen. Winterzugang Sebastian Schmidt steuerte in der zweiten Saisonhälfte noch wichtige 4 Punkte aus 5 Partien bei.

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Dritte Mannschaft mit großem Schritt Richtung Klassenerhalt

Sonntag 21. April 2013 von Michael Meinhardt

Da es über das März-Match der Ersten nur zu sagen gab, dass wir mit der 1,5-6,5 Niederlage in Ennepe noch gut bedient waren, habe ich mir den Frust erspart, darüber einen längeren Bericht zu schreiben.
Im April ging es nun gegen den Tabellenführer aus Plettenberg, der doch eigentlich mit dem sieglosen Schlusslicht und feststehendem Absteiger (also uns) keine Probleme haben sollte, oder? Das letzte Aufeinandertreffen mit dem Ex-Bundesligisten vor einigen Wochen im NRW-Pokal endete aber zu unseren Gunsten und auch in den Jahren zuvor hatten wir den Sauerländern einige Punkte mehr abgeknöpft, als das im Vorhinein erwartet worden war. Zumindest genügte diese Negativserie den Plettenbergern, um uns zu ihrem Angstgegner zu ernennen, aber selbst das brachte uns keine Vorteile.
Nach etwa anderthalb Stunden aber gingen wir durch meinen Sieg mit Weiß an Brett vier gegen Manfred Nölke in Führung. Nölke ließ früh meinen Springer nach e5, worauf ich einen Angriff gegen den schwarzen König stützen konnte. Den anderen Springer opferte ich auf e6, woraufhin mein Gegner es versäumte, seine Dame gegen drei meiner Leichtfiguren zu tauschen, was noch eine lange und komplizierte Partie zur Folge gehabt hätte. Nölke aber nahm den Springer, was anschließend durch ein Schach des Kollegen auf g6 einen ganzen Turm kostete, 1-0.
Am siebten Brett musste Daniel Mohr gegen den für diesen Kampf aus England eingeflogenen Mike Richardt antreten. Daniel ließ im Mittelspiel den Abtausch seines Weißfelders gegen einen gegnerischen Springer zu, was zu einem schwachen Bauern auf d5 und weißfeldrigen Schwächen rund um den schwarzen König führte. Richardt kombinierte das Spiel auf den schwachen Bauern mit einem Mattangriff am Königsflügel, den Daniel nicht abwehren konnte, 1-1.
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Im Vordergrund Mike Richardt gegen Daniel Mohr, hinten Martin Reinschmidt gegen Frank Wichmann

Eine dramatische Zeitnotschlacht lieferten sich am fünften Brett Olaf Düber und Marc Schulze. In der Eröffnung und im Mittelspiel verlief die Partie eher schwerblütig, etwa ab Zug 30 wurde es dann taktisch. Leider hatte Olaf da nur noch etwa zwei Minuten für die nächsten zehn Züge zur Verfügung, konnte Schulzes Königsangriff aber zunächst noch standhalten. Mit drei Sekunden für drei Züge aber verlor Olaf das entscheidende Tempo und überschritt sogar bei der Ausführung seines 40. Zuges die Zeit, 1-2.
Auch am dritten Brett konnten wir mit Schwarz nicht punkten. Patrick Scholl erreichte zwar gegen Thomas Kuhnen im Mittelspiel eine gute Stellung, schmiss aber dann einzügig einen Bauern über Bord. Auf Grund der ungleichfarbigen Läufer war dies aber noch nicht der Verlust, doch Kuhnen gelang es mit Hilfe seines konkurrenzlosen, weißfeldrigen Läufers, Dame und Turm einen Angriff zu inszenieren, dem Patricks Schwarzfelder nur tatenlos zuschauen konnte, 1-3.
Andreas Piskorz hatte am sechsten Brett Weiß gegen Marek Maniocha. Andreas erlangte im Mittelspiel Vorteile am Damenflügel, aber Maniochas Gegenspiel am Königsflügel erwies sich als gefährlicher. Nur unter Bauernopfer konnte Andreas den Damentausch erzwingen und den Druck mindern. Maniocha verbrauchte in dem Endspiel viel Zeit und bot schließlich mit nur noch elf Minuten auf der Uhr Remis, was Andreas annahm, da die Stellung keinen Anlass gab, auf Gewinn zu spielen, 1,5-3,5.
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Links am ersten Brett Max Bouaraba gegen Sebastian Send, rechts Uwe Eckardt (hinter der Kamera) gegen Dirk Jansen

Vierte Schwarzpartie, vierte Niederlage. Sogar Sebastian Send am Spitzenbrett wurde ein Opfer unseres Schwarzfluches an diesem Tag. Gegen Max Bouaraba geriet Sebastian nach einem komplizierten, damenlosen Mittelspiel mit zwei Bauern ins Hintertreffen. Allerdings befanden sich diese beiden Bauern verdoppelt auf der h-Linie, was beim ansonsten bauernfreien Brett und noch jeweils Turm und Springer bei mir noch vage Remishoffnungen weckte. Diese gab es aber nicht, Bouaraba verband das Vorrücken der Bauern geschickt mit einem Spiel gegen Sebastians König. Sebastian ließ durch ein Springeropfer seinen König pattsetzen und versuchte nun den nutzlosen Turm durch Nahkontaktschachs über Bord zu werfen. Bouaraba hatte das Motiv des verrückten Turms kommen sehen und fand auch den Ausweg, 1,5-4,5.
Seinen Einstand in der ersten Mannschaft feierte Martin Reinschmidt als Ersatzmann am achten Brett gegen Frank Wichmann. Martin ging sehr konzentriert zu Werke, scheute aber in ein einigen Situationen das Risiko. Da auch Wichmann eher vorsichtig spielte, entwickelte sich eine langwierige Partie. Mit einem Flügelschwenk erarbeitete sich Martin dann doch Vorteile und lehnte sogar ein Remisangebot ab. Wichmann erkannte die Ausweglosigkeit und gab kurz vor Ablauf seiner Bedenkzeit auf, 2,5-4,5.
Schon im NRW-Pokal saßen sich am zweiten Brett Uwe Eckardt und Dirk Jansen gegenüber. Im Gegensatz zur Kurzpartie vor einigen Wochen ging es aber diesmal über die volle Distanz. Jansen gewann in der Eröffnung eine Qualität, aber Uwe erwies sich mal wieder als zäher Verteidiger. Nach der ersten Zeitkontrolle setze er Jansens König mit Dame, Läufer und einer Bauernwalze derart unter Druck, dass wir sogar einen vollen Punkt ins Auge fassten. Dieser war auch an zwei Stellen zu erreichen, was aber am Brett nicht zu überblicken war. Es ging in die Blitzphase und hier war es Jansen, der eine große Chance auf den Sieg ausließ. Mit nur noch jeweils zwei Minuten auf der Uhr beschlossen die Akteure dann, dass Schach kein Glücksspiel ist und einigten sich auf Remis, 3-5.
Im letzten Kampf in Bergneustadt geht es für uns um nichts mehr, der Gastgeber aber ist zu meiner Überraschung tief im Abstiegskampf und braucht unbedingt einen Sieg. Aber auch wir wollen uns nicht ohne Sieg in die Verbandsklasse verabschieden.
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Auf der rechten Seite Daniel Neuwirt und Sai Agash Surendran bei ihren Debüts in der zweiten Mannschaft. Gegen Andreas Hess und Klaus Scherer waren beide aber (noch) ohne Chance.

Chancenlos war die ersatzgeschwächte zweite Mannschaft, die dem Tabellenführer SV Betzdorf-Kirchen mit 0,5-7,5 unterlag. Nur Martin Schneiders Remis an Brett sechs verhinderte das 0-8. Da die Zweite aber schon vor dem Kampf gerettet war, ist die Niederlage zu verschmerzen.
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Martin Schneider bei seinem Remis gegen Günter Jordan.

In der Bezirksklasse konnte die dritte Mannschaft endlich den längst verdienten ersten Saisonsieg feiern und damit mit den Gästen vom C4 Chess Club II und der zweiten Mannschaft aus Betzdorf-Kirchen, gegen die in der letzten Runde gespielt wird, gleichziehen.
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Auf der linken Seite die dritte Mannschaft mit Sebastian Schmidt, Florian Schnutz, Daniela Seliger, Laurin Göb, Thorsten Hummerich und Christian Haßler

Am ersten Brett gewann Christian Haßler in nur 20 Zügen, von denen er elf mit seinen Springern ausführte, stilecht mit einer – Springergabel. Thorsten Hummerich an Brett zwei remisierte aus einer Position der Stärke. Ebenfalls eine Springergabel brachte Daniela Seliger den vollen Punkt am dritten Brett. Laurin Göb gewann eine starke Partie an Brett vier, während Florian Schnutz und Sebastian Schmidt an den beiden hinteren Brettern etwas Glück brauchten, um das 5,5-0,5 perfekt zu machen. In der letzten Runde in Betzdorf kann nun der Klassenerhalt sichergestellt werden.
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The same picture as last year: Uwe Eckardt mit dem Pokal für den Bezirks-Blitz-Einzelmeister

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Auf dem dritten Platz landete Daniel Mohr, hier mit Schwarz gegen Matthias Schmidt

Zwei Bezirks-Einzeltitel fanden zudem den Weg in unseren Verein. Das Bezirks-Einzel-Blitzen wurde eine sichere Beute von Uwe Eckardt, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigte. Mit dem drittplatzierten Daniel Mohr stellen wir einen weiteren Teilnehmer an den Blitz-Meisterschaften des Verbandes. Die Plätze 5, 7, 10 und 19 gingen in dieser Reihenfolge an Manfred Schneider, mich, Olaf Düber und Martin Schneider. Nach einem klassischen Fehlstart konnte ich durch sechs Siege in den restlichen sechs Runden die Siegerlandmeisterschaft für mich entscheiden. Einträchtig mit vier Punkten auf den Plätzen 12 bis 14 landeten nur durch die Buchholz getrennt, Martin Reinschmidt, Stefan Töpler und Stephan Toffanello.

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Erfolg im NRW-Vierer-Pokal

Mittwoch 6. März 2013 von Michael Meinhardt

Am vergangenen Wochenende fand die Vorrunde des diesjährigen NRW-Pokals statt. Erstmals nehmen 64 Mannschaften aus ganz NRW an dem Wettbewerb teil, was mindestens einem Team pro Bezirk einen Platz sichern soll. Es treffen sich dann pro Spielort vier Mannschaften, die vor Ort die Halbfinals ihrer Vorrunde auslosen, für die beiden Gewinner geht es dann am Sonntag um die Qualifikation für die Zwischenrunde. Wir mussten nach Bergneustadt-Neuenothe reisen, wo sich neben dem gastgebenden SV Bergneustadt-Derschlag noch die SVG Plettenberg und die Bergischen Schachfreunde aus Bergisch-Gladbach einfanden. Das Los teilte uns den Zweitplatzierten unserer Verbandsliga, die SVG Plettenberg, zu.
Es begann sehr gut für uns, denn schon nach acht Zügen stand Uwe Eckardt gegen Dirk Jansen am zweiten Brett auf Gewinn. Jansen behandelte die Eröffnung mit Schwarz zu sorglos und geriet in einen bösen Entwicklungsrückstand. Uwe hielt den gegnerischen König in der Mitte und öffnete Linien und Diagonalen, um über diesen herzufallen. Sogar der Damentausch im 14. Zug konnte Jansen nicht entlasten, zwei Züge später gab er auf, 1-0 (BW: 3-0).
Ausgeglichener ging es an Brett vier zwischen Olaf Düber und Marc Schulze zu. Olaf erreichte mit Schwarz bequemen Ausgleich und wollte am Damenflügel mehr, Schulze setzte auf Gegenspiel im Zentrum. Kurioserweise ergab sich aus dieser Konstellation für beide Seiten jeweils ein gefährlicher Freibauer auf der d-Linie. Leider übersah Olaf bei knapper Zeit (es wurde mit der für uns sehr ungewohnten Fischer-Bedenkzeit gespielt) einen möglichen Gewinn und ließ sich etwas später sogar Matt setzen, 1-1 (BW: 3-1).
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Der Kampf gegen Plettenberg (fast) in vollem Gange: Vorn Olaf Düber (li.) gegen Marc Schulze, es kiebitzt Thomas Kuhnen. Meine schlechte Stellung wird von Dirk Jansen begutachtet. Im Hintergrund Sebastian Send gegen Dawid Pieper. Hinter der Kamera: Uwe Eckardt

Am im Pokal so wichtigen Spitzenbrett trafen Sebastian Send und Dawid Pieper aufeinander. Auch Sebastian konnte mit Schwarz ausgleichen, in der Folge über den Damenflügel in die weiße Stellung vordringen und hatte zwischendurch Vorteil. Pieper konnte aber durch den Notausgang einer Dauerschachschaukel ins Remis entwischen, 1,5-1,5 (BW: 5-3).
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Nochmal in Nahaufnahme das Spitzenbrett: Dawid Pieper gegen Sebastian Send

Entscheidend war nun also meine Partie an Brett drei gegen Thomas Kuhnen, gegen den ich schon zweimal klar verloren habe. Auch hier hatte ich nach einer verfehlten Eröffnungsbehandlung schon wenig Hoffnung auf mehr. Kuhnen wählte aber im Mittelspiel nicht immer den direkten Weg, um die höhere Aktivität seiner Figuren umzusetzen. Dennoch bleib meine Stellung ziemlich perspektivlos und nach einem bösen taktischen Schnitzer hatte ich sogar eine Figur weniger. Doch auch Kuhnen baute einen dicken Bock ein und gab den Mehrspringer blank zurück, sodass ich unter dem Strich sogar einen Mehrbauern hatte. Auf dem Weg zum gewinnbringenden Remis (bei 2-2 zählt die Berliner Wertung = BW) musste ich noch eine Klippe umschiffen, denn der in dieser Situation oft angestrebte Damentausch hätte hier trotz Mehrbauer zum Verlust führen können. Stattdessen tauschte ich Kuhnens aktiven Turm ab und konnte somit das Remis und den Matchsieg sichern, 2-2 (BW: 6-4).
Überraschenderweise musste sich der Gastgeber den Bergischen Schachfreunden geschlagen geben, näheres hierzu gibt es im sehr empfehlenswerten Blog „Der Schachfloh“ von Frank Chlechowitz zu lesen.
Am für uns ungewohnten Sonntag Vormittag ging es um 11 Uhr also im Vorrundenfinale gegen die Bergischen Schachfreunde.
Wir rotierten und setzten am zweiten Brett nun Patrick Scholl ein. Leider erwies sich dies nicht als gewinnbringend, denn Patrick geriet mit Schwarz gegen Christian Heckötter schnell in Nachteil und musste eine völlig perspektivlose Stellung verwalten. Früh aber nicht unberechtigt schmiss Patrick das Handtuch, 0-1 (BW: 0-3).
Aber auf unser Spitzenbrett ist Verlass. Sebastian Send drängte Stefan Bosbach nach und nach in die Defensive. Bosbach hatte zum Schluss schlicht und ergreifend keinen Platz mehr, um für alle seine Figuren ein sicheres Feld zu finden. Sebastian sammelte einen Turm ein und gewann, 1-1 (BW: 4-3).
An Brett drei spielte ich mit Schwarz gegen Harm-Wulf Thelen. Als ich grade dachte, dass ich etwas Vorteil erhalten hatte, griff mein Gegner zu einem für mich überraschenden Zentrumsdurchbruch. Nach ein paar taktischen Spielereien hatte ich zwar einen Bauern weniger, schwebte aber bei ungleichen Läufern trotz Anwesenheit der Damen nicht in Verlustgefahr. Thelen sah keine Möglichkeit, die Blockade auf den schwarzen Feldern zu durchbrechen und gab die Partie Remis, 1,5-1,5 (BW: 5-4).
Die Entscheidung fiel am vierten Brett, wo Olaf Düber gegen Jochen Eilers antrat. Olaf hatte im Verlaufe der Partie seine Chancen am Königsflügel gesucht, Eilers öffnete daher den Damenflügel. Nach der Zeitkontrolle hatte sich der Rauch weitgehend verzogen, beide verfügten noch über die Dame, die jeweils eine offene Linie am Damenflügel bewachte und eine Leichtfigur, wobei Olafs ewiger Springer auf d5 dem schwarzen Läufer auf d8 optisch überlegen war. Da uns auf Grund der Berliner Wertung ein Remis reichte, verzichtete Olaf auf riskante Gewinnversuche und da auch Eilers keine Chance sah, das Aus für sein Team zu verhindern, einigte man sich auf Remis, 2-2 (BW: 5,5-4,5).
Somit sind wir als einziger Verein des Verbandes für die Zwischenrunde am 1. und vielleicht auch 2. Juni qualifiziert. Dann treffen sich diesmal an vier Spielorten wieder je vier Mannschaften, um die vier Finalisten auszuspielen. Aber egal, wen uns die Auslosung beschert, wir werden als Underdog ins Rennen gehen.

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