Archiv für die Kategorie 'Mannschaften'

6:2-Sandwich mit bitterer Pille in der Mitte

Donnerstag 19. November 2015 von Michael Meinhardt

Olaf Düber verfasste eine Zusammenfassung der Verbandsliga-Spieltage zwei bis vier:

Vier Spieltage sind schon wieder vergangen und nur zum Ersten gab es einen Bericht. Höchste Zeit also, die verehrte Leserschaft wieder auf den aktuellen Stand zu bringen 🙂
Wie die Überschrift schon andeutet waren Licht und Schatten dabei. Aber der Reihe nach …
Im ersten Heimspiel der Saison spielten wir gegen Hagen. Da die Hagener, die sonst immer zu den Anwärtern auf die Meisterschaft zählten, den Abgang einiger starker Spieler zu verkraften haben, konnten wir diesmal glatt mit 6:2 gewinnen. Das Spiel fand schon im September statt, daher sind mir die Details nicht mehr präsent. Zum Sieg trugen Johannes Karthäuser, Michael Meinhardt, Uwe Eckardt, Manfred Schneider und Andreas Piskorz mit ganzen Punkten bei, während Sebastian Send und ich selbst remis spielten. Patrick Scholl hatte ein Remisangebot seines Gegners abgelehnt, verlor aber zum Schluß leider noch.
Das nächste Spiel führte uns zum nominell stärksten Team der Liga aus Velmede-Bestwig. Bei den Velmedern fehlten zwei ihrer stärksten Spieler, während wir ohne Michael antraten, da dieser im Mutterland aller Regenschirme weilte. Die resultierenden Aufstellungen sahen uns vom Papier her leicht in der Favoritenrolle. Und tatsächlich lief es erstmal ziemlich gut. Schon nach einer knappen Stunde gingen wir durch einen Sieg von Andreas Piskorz gegen Andre Weber an Brett 7 in Führung. Andreas wurde von seinem Gegner geradezu eingeladen auf den König loszugehen und ließ sich nicht lange bitten. Matt und 1-0. Dem folgte als nächstes an Brett 2 der Sieg von Johannes Karthäuser gegen Ajandhan Thanabalasingam. Mit Kf8 hatte Johannes auf die Rochade verzichtet und seinen Gegner damit überrascht. Für einen Königsangriff fanden die weißen Figuren nicht die richtigen Felder, während Johannes vor allem seine Springer auf ideale Positionen führen konnte. Eine nicht ganz offensichtliche Abwicklung hätte den Positionsvorteil noch vergrößert, bevor sich dies auf dem Brett realisierte gab Weiß jedoch, etwas überraschend, auf. Somit 2-0.
Es folgten drei ziemlich unspektakuläre remis von Uwe Eckardt gegen Armin Bartel, von mir gegen Dirk Genster und Manfred Schneider gegen Bert Hollmann. Somit stand es 3,5-1,5 und der Blick auf die verbliebenen drei Bretter ließ keinen Zweifel am Mannschaftssieg aufkommen. Aber es kam mal wieder alles anders. An Brett 1 musste sich Sebastian Send gegen Bernhard Rittmeier geschlagen geben, was aber die angestrebten zwei Mannschaftspunkte noch nicht gefährdete. In ausgeglichener Stellung erlaubte Sebastian mit einem ungenauen Bauernzug seinem Gegner, die Koordination der Send’schen Figuren durcheinander zu bringen, was dieser nachfolgend in einen Gewinn ummünzen konnte. Velmede verkürzte damit auf 3,5-2,5. Es spielten noch an Brett 6 Patrick Scholl gegen Gerhard Schubert und an Brett 8 Frank Mickisch gegen Dirk Hoppe, beide Weidenauer mit klarer Gewinnstellung. Frank‘s Gegner hatte bereits in der Eröffnung aggressive Absichten erkennen lassen und auf Angriff gespielt. Dem gefährlich aussehenden Druck in komplizierter Stellung konnte Frank jedoch mit guter Verteidigung standhalten, den Damentausch erzwingen und hatte mit einer Qualität mehr alles im Sack. Blieb „nur“ noch das Problem, den auf h8 völlig eingekerkerten König zu befreien und den generischen e-Freibauern aufzuhalten, was sich durch Kombination mit Drohungen gegen den gegnerischen König hätte erreichen lassen. Bei der Umsetzung dieses Plans ließ Frank jedoch leider einen ganzen Turm stehen, den sein Gegner einfach einsammeln konnte. Somit blieb von einer sehr gut gespielten Partie leider nur noch eine Null stehen und Velmede erzielte den Ausgleich, 3,5-3,5. Der Verbleib der beiden Mannschaftspunkte hing jetzt an Patricks Schwarz-Partie . Er und sein Gegner hatten eine interessante Stellung aufs Brett gebracht, die zu unseren Gunsten kippte, als Weiß den Königsflügel öffnete. Dies kam den schwarzen Figuren zugute, die die stärkeren Drohungen aufstellen konnten und den weißen König mit verschiedenen Schachs belästigten. Eine Fesselung hätte einen Figurengewinn erlaubt. Leider wollte Patrick das Material mit dem falschen Zug einsammeln, was es Schubert erlaubte, sich in ein ausgeglichenes Endspiel zu retten. In großer Zeitnot bot er remis an, was Patrick ablehnte. Durch eine unglückliche Figurenaufstellung verlor er kurze Zeit später jedoch Material, womit die knappe Niederlage feststand. Ziemlich ärgerlich, aber solche Sachen sind uns allen schon passiert.
Gegen Schwerte stand uns am vierten Spieltag wieder ein starker Gegner gegenüber. Diesmal mussten wir auf Patrick verzichten, dafür war Michael wieder dabei. Auch hier war es Andreas Piskorz, der an Brett 7 für die erste Entscheidung sorgte. Sein Gegner Martin Dürwald spielte eine eher zweifelhafte Variante, bei der ein Qualitätsgewinn durch Entwicklungsrückstand und gute gegnerische Chancen erkauft wird. Andreas hatte diese Variante nicht das erste Mal auf dem Brett und konnte souverän die Partie gewinnen.
Michaels Partie gegen Klaus Naumann an Brett 3 war ebenfalls eine einseitige Angelegenheit, da Naumann in der Eröffnung einen kleinen taktischen Trick übersah, wonach sein König in der Brettmitte blieb und die Figuren nicht zusammenspielten. Die Umsetzung in einen ganzen Punkt bereitete keine Probleme.
An Brett 6 bewegte sich meine Partie gegen Stephan Zarges zunächst in ruhigen Gewässern. Eine Schwächung seines Königsflügels erwies sich allerdings als fatal und erlaubte einen Figurengewinn … wenn ich nicht etwas zu schnell meinen Läufer zurückgezogen hätte, den Zarges in der Absicht, Verwirrung zu stiften, mit einem Bauern angriff. Eine kurze Berechnung hätte gezeigt, dass der Läufer gar nicht bedroht war, da nach einer forcierten Zugfolge besagter Bauer gefesselt gewesen wäre. Ich dachte, die Figur nach dem Läuferrückzug immer noch zu gewinnen, mir war jedoch ebenfalls entgangen, dass die sich in Gefahr befindende Figur nun noch einmal überdeckt werden konnte, wonach die Stellung in etwa wieder ausgeglichen war. Kurze Zeit später bekam ich jedoch meine zweite Chance, nachdem der ominöse Bauer ein weiteres Feld nach vorne zog. Dies öffnete meinem Läufer die Diagonale auf den neuralgischen Punkt f7 und wenig später war der Punkt unter Dach und Fach.
Ob als nächstes Johannes Partie gegen Wolfgang Klug oder die von Frank gegen Stefan Vorschütz beendet war weiß ich nicht. Johannes hatte seine Partie jederzeit im Griff. Weißfeldrige Schwächen auf dem gegnerischen Königsflügel und ein vorrückender h-Bauer stellten die Grundlage für einen souveränen Sieg dar. Ebenso souverän war die Partie von Frank, der seinen Gegner aus der Eröffnung heraus stark unter Druck setzte und die Partie im Mattangriff gewann.
Somit stand es ziemlich überraschend 5-0 und mit Ausnahme der ausgelassenen Chance in meiner Partie waren alle Siege doch eine klare Angelegenheit. Hinzu kamen noch je ein Remis von Sebastan Send gegen Kai Tawakol an Brett 1 und von Uwe Eckardt gegen Thomas Fleischhauer an Brett 4. Beide halben Punkte wurden allerdings mit Glück erzielt, da Sebastian zwischenzeitlich eine Verluststellung hatte und die Schlußstellung auf Uwe‘s Brett auch verloren für uns war. Manfred Schneider an Brett 5 musste gegen Christian Vicktor leider eine Niederlage quittieren, was zum 6-2 führte.
Momentan sind wir eine von drei Mannschaften mit 6:2 Mannschaftspunkten, aufgrund der meisten Brettpunkte dürfen wir uns aber für den Moment an der Tabellenspitze die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

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Zweite Mannschaft mit solidem Auftaktsieg

Mittwoch 9. September 2015 von Daniel Mohr

Am vergangenen Sonntag begann auch für die zweite Mannschaft die Saison 2015/2016. In der reduzierten Bezirksliga (nur 8 Mannschaften statt nominell 10) ging es zunächst zum Auswärtskampf nach Hilchenbach.

Die erste gute Nachricht des Kampfes gab es schon Tage vorher: wir würden mit den nominellen Brettern 1-8 antreten, und vor allem vollständig.
Die nächste vermeintlich gute Nachricht dann 10 Minuten vor der Abfahrt: die Gegner lassen die Bretter 4 und 5 unbesetzt, wir führen von vorneherein mit 2-0.

So ging es gut gelaunt zum Treffpunkt und von da aus dann zum Spiellokal des SC Hilchenbach.
Dort wurden wir in angenehmer Atmosphäre empfangen, und die Begegnung konnte zügig beginnen.
Für mich war es in mehrerer Hinsicht eine besondere Partie: zunächst spielte ich das erste Mal seit knapp 20 Jahren wieder an Brett 1, dann war es mein erstes Spiel als Stammspieler überhaupt in der Bezirksliga und in der 2. Mannschaft (ich bin in der Jugend direkt von der 4. Mannschaft Kreisliga in die 1. Mannschaft Verbandsklasse gewechselt) und ich begann damit meine 25. Saison für den Verein (was natürlich lange noch kein Rekord ist, Heinz-Roland dürfte seine 46. Saison begonnen haben).

Wohl auch durch den feststehenden Vorsprung entwickelten sich alle Partien zunächst äußerst ruhig und gleichmäßig. Als ich nach etwas über 2 Stunden Spielzeit mit einen Überblick verschaffte, weil ich entscheiden musste, ob ich das Risiko erhöhe, oder weiter solide spiele, hatten wir insgesamt 5 Stellungen mit leichtem Vorteil, nur Martin stand etwas bedrängt, aber eine konkrete Drohung gegen ihn konnte ich nicht entdecken.
Wenig später gab es dann die ersten Entscheidungen.
Der Gegner von Arne überschritt in einem schwierigen, aber eventuell noch zu verteidigendem Endspiel mit Minusbauer die Zeit.
Tim gewann im Endspiel eine Figur; um dann das Kunststück fertig zu bringen, mit einem Springer und 6 Bauern gegen König und 5 Bauern zu verlieren….. Den eigenen König mitspielen zu lassen wäre wohl einer der zahlreichen Wege gewesen, den Materialvorteil auch in einen Punkt umzuwandeln.
Auch Heinz-Roland gewann einen Bauern im Endspiel, um sich aber auf einmal in einer Stellung wieder zu finden, die evtl. sogar verloren war für ihn. Sein Gegner Arno Bensberg verzählte sich aber zum Glück bei der Abwicklung ins Bauernendspiel, so dass wir doch noch den ganzen Punkt gutschreiben konnten.
Beim Zwischenstand von 4-1 bot ich meinem Gegner Philip Janicki remis an, welches dieser zügig akzeptierte, da er keinen Weg für sich sah, die Partie noch zu gewinnen. Damit war der Kampf zu unseren Gunsten entschieden.

Wenig später waren auch die letzten beiden Partien beendet. Eberhard Stenger ließ sich bei dem Versuch, seine Angriffstellung zu verwerten von Martin Reinschmidt matt setzen. Stefan Töpler musste trotz Bauerngewinn doch noch ins Remis einwilligen, weil sein Gegner genug Gegenspiel kreiert hatte.

Somit gab es zum Auftakt einen letztlich verdienten 6-2 Sieg. In der Tabelle bedeutet das zunächst Platz 2, da der Mitfavorisierte SV Betzdorf-Kirchen dem Kspr. Schutzbach sogar mit 7-1 das Nachsehen gaben.

Weiter geht es schon direkt in knapp 2 Wochen, dann erwarten wir den C4 Chess Club zum Heimspiel.
Und auch die dritte Mannschaft steigt dann endlich in die Saison ein.

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Saisonauftakt in Wiehl

Mittwoch 2. September 2015 von Michael Meinhardt

Zum ersten Mannschaftskampf der neuen Saison reiste die erste Mannschaft zum Aufsteiger nach Wiehl. Durch den ungewöhnlich frühen Termin müssten wir urlaubsbedingt auf Uwe Eckardt verzichten, dafür kam Arne Peutz, vor der Saison vom C4 Chess Club zu uns zurückgekehrt, zu seinem allerersten Verbandsligaeinsatz. Auch unsere Gastgeber mussten auf zwei ihrer ersten vier Bretter verzichten, was uns eine relativ klare Favoritenrolle bescherte.
Dieser wurde zunächst Andreas Piskorz an Brett 7 gerecht. Er lockte den schwarzfeldrigen Läufer seines Gegners Erwin Roth hinter seine Bauernkette, schnitt den Rückweg ab und eroberte die Figur. Roth wehrte sich noch ein paar Züge, bevor er sich Andreas‘ Technik geschlagen gab, 1-0.
Arne Peutz traf bei seinem Debüt an Brett 8 mit Schwarz auf Steffen Jünger. Nachdem Arne die h-Linie gegen den gegnerischen König geöffnet und seine Schwerfiguren dort verdoppelt hatte, hofften wir auf einen erfolgreichen Königsangriff, aber Jünger schaffte es immer, den neuralgischen Punkt h2 ausreichend zu decken. Durch ein Qualitätsopfer auf der anderen Seite des Brettes legte Jünger Arnes König frei und gab Dauerschach, 1,5-0,5.
Am zweiten Brett spielte Johannes Karthäuser mit Schwarz gegen Andreas Straßner. Johannes rückte aggressiv mit den Königsflügelbauern vor, aber Straßner konterte mit der Öffnung des Zentrums und drang mit Hilfe eines Qualitätsopfers hinter den Bauern zum schwarzen König durch. Trotz aller Verteidigungsversuche gab es kein Entkommen und Johannes musste seine erste Niederlage für unseren Verein überhaupt hinnehmen, 1,5-1,5.
Überraschend früh erfolgte der Remisschluss an Brett 6 zwischen Patrick Scholl und Volker Margenberg. Patrick hatte mit den schwarzen Figuren schnell Ausgleich erreicht, in meinen Augen durchaus mit der Aussicht auf mehr. Er schätzte die Stellung aber als gefährlich für sich ein und offerierte nach einem Rundgang zu den anderen Brettern die Punkteteilung, die Margenberg annahm, 2-2.
Patricks Einschätzung der restlichen Stellungen erwies sich als stichhaltiger als meine, denn die von mir als „unklar“ eingestufte Partie an Brett 5 zwischen Olaf Düber und Mathias Milde entschied Olaf nach einem groben Übersehen seines Gegners durch das Eindringen beider Türme auf die siebte Reihe für sich. Milde entschied sich bei der Wahl Matt oder Damenverlust für die schnelle Niederlage, 3-2.
Am Spitzenbrett gab es ein unerwartetes Wiedersehen zwischen Sebastian Send und seinem Bezwinger aus der vorletzten Saison Mike Gottas, die Wiehler Nummer 1 Martin Mauelshagen fehlte. Beide gingen langsam und gemächlich vor, sodass ich ein heißes Zeitnotduell erwartete. Zwischen den Zügen 17 und 22 gingen Gottas aber drei Bauern abhanden, woraufhin er sofort die Waffen streckte, 4-2.
Gottas‘ Ansage an seine beiden noch spielenden Kollegen war deutlich: „Ihr müsst beide gewinnen!“ An Brett 4 bot Manfred Schneider seinem Gegner Holger Lehmann nun Remis an, was Manni ein paar Züge vorher noch abgelehnt hatte. Manni hatte nach der Eröffnung mit Schwarz über akuten Platzmangel seiner Figuren zu klagen, schnappte sich aber im Mittelspiel einen Bauern. Meiner Meinung nach immer noch mit Kompensation für den Minusbauern ausgestattet, schlug Lehmann sofort in das Remis ein, ohne sich nochmals in die Stellung zu vertiefen, womit unser Sieg unter Dach und Fach war, 4,5-2,5.
Es blieb noch meine Weißpartie an Brett 3 gegen Jürgen Hein. Dieser hatte mit Schwarz in der Eröffnung einen Bauern geopfert und meinen König in der Mitte gehalten. Ich entlastete mich durch das Rückopfer des Bauern und erlangte positionellen Vorteil in Form eines starken Läufers und der besseren Bauernstruktur. Die Transformation des positionellen in materiellen Vorteil gelang, ich tauschte den Läufer gegen einen Springer, um in ein Springerendspiel mit Mehrbauer zu gelangen. Dort aber übersah ich nach einem unglaublich schwachen Zug ein Zwischenschach, wonach es für meinen König kein Durchkommen durch die Bauernketten gab. Nach erfolgter Zeitkontrolle und dem eingetüteten Mannschaftsieg investierte ich nochmal 15 Minuten auf der Suche nach einem Gewinnweg, fand aber nichts und bot Remis an, 5-3.
Ein guter Auftakt also in eine Saison, die, wie meist in der Verbandsliga, Spannung verspricht. Ein deutliches Indiz waren die knappen Ergebnisse der ersten Runde. Neben unserem 5-3 gab es drei 4,5-3,5 Siege.
Die zweite Mannschaft startet am kommenden Sonntag in Hilchenbach in die Saison, der erste Kampf der Dritten in Betzdorf wurde verlegt.

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Wie wir den Aufstieg knapp verpassten….

Montag 25. Mai 2015 von Michael Meinhardt

Hier nun der versprochene, ausführliche Bericht über das Aufstiegsfinale gegen den SV Sundern.
Mit ein paar Minuten Verspätung begann der Kampf gegen Sundern, denn im Vorfeld nutzten wir die Gelegenheit und übergaben Martin Brach eine Urkunde sowie einen Pokal anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des SV Weidenau/Geisweid. Martin war über Jahrzehnte hinweg als Kassierer, Geschäftsführer und Mannschaftsführer in unserem Verein und vor der Fusion im Weidenauer SV tätig. Wir wünschen Martin weiterhin alles Gute und beste Gesundheit!
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Unser Ehrenmitglied Martin Brach inmitten der ersten Mannschaft.

Der Kampf gegen Sundern begann bereits einige Wochen zuvor mit einem schlechten Vorzeichen, denn unser (und auch der Liga-) Topscorer Johannes Karthäuser (7,5 Punkte aus 8 Partien!) sagte den Kampf wegen einer Familienfeier ab.
SONY DSCViel Platz beim großen Finale, im Vordergrund das Brett des Fotografen Uwe Eckardt

Die erste beendete Partie lieferte an Brett acht Daniel Mohr ab, der auf Grund von Johannes‘ Ausfall zu seinem Saisondebüt kam. Mit Weiß gegen Ralf Schober lehnte er trotz symmetrischer Struktur und frühem Damentausch noch ein schnelles Remisangebot ab und konnte tatsächlich etwas Druck auf Schober generieren. Durch einen Rechenfehler aber verflüchtigte sich der kleine Vorteil, sodass Daniel seinerseits kurz vor der sich anbahnenden Zeitnot Remis anbot, was Schober annahm, 0,5-0,5.
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Daniel bei seinem Saisondebüt mit Weiß gegen Ralf Schober

Etwa zeitgleich endete auch meine Weißpartie an Brett zwei gegen Alexander Stolte Remis. Stolte überraschte mich in der Eröffnung und fand auch den einen guten Plan gegen meinen etwas langsam aussehenden Aufbau. Nach einer Ungenauigkeit stand ich passiv am Königsflügel hinten drin und machte mich schon auf eine lange Verteidigung gefasst. Meine einzige Chance der Passivität zu entgehen bestand in der Durchsetzung des Gegenstoßes f4, den Stolte aber scheinbar sicher verhindert hatte. Nach einem schnellen, unbedachten Zug meines Gegners konnte ich dann doch f4 spielen, worauf mein Gegner einen weiteren schwachen Zug machte und Remis anbot. Ich rechnete eine Weile und sah auch einen möglichen Bauerngewinn, den ich aber verwarf, da er meinem Gegner reichlich Kompensation versprach – dachte ich. Der Rechner sieht das anders, aber das war für mich am Brett nicht zu überblicken, also Remis und 1-1.
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Denk: „23.fxe5 Dxe5 (wenn er erst zweimal auf f1 nimmt, habe ich dann das Schach mit der Dame auf f8, das muss gut sein für mich) 24.Sf3 gewinnt einen Bauern, aber kommt dann nicht 24…Db5 25.Sxd4 Db6 und ich muss 26.De3 spielen, um den Springer zu decken (26.Tc4 geht nicht wegen 26…Txf1+), wonach er 26…Dxb2 machen kann? Zu gefährlich, also Remis.“ Unsinn, sagt die Blechbüchse hinterher, der Zwischentausch 26.Txf6 Txf6 27.Tc4 behält den Bauern, Schwarz hat kaum Kompensation.

Einen Rückschlag gab es dann an Brett sechs, wo Patrick Scholl zunächst gegen Josef Schulte eine gute, aktive Stellung erreichte. Patrick transponierte die Aktivität ins Doppelturmendspiel, in dem er dem schwarzen König arg zusetzte und unter doppeltem Bauernopfer ein Mattnetz knüpfte. Leider verknotete er sich und machte den zweiten Zug vor dem ersten. Das dadurch entstandene Schlupfloch für seinen König nutzte Schulte zur Flucht und zur Verwertung der Mehrbauern, 1-2.
Den Ausgleich erzielte Uwe Eckardt durch seinen Sieg gegen Mariana Plass am vierten Brett. Durch Uwes gewohnt unorthodoxe Eröffnungsbehandlung verbrauchte seine Gegnerin schon früh reichlich Zeit. Uwe nutze einen Fehler für einen Bauerngewinn am Königsflügel und öffnete durch einen taktischen Trick das Zentrum, in dem sich der schwarze König befand. In Zeitnot verlor Mariana Plass die Übersicht und Uwe konnte entscheidendes Material einstreichen, 2-2.
Mit diesem Resultat ging es in die unmittelbare Zeitnotphase, ich postierte mich als Mitschreiber am ersten Brett, an dem Sebastian Send gegen den rumänischen IM Doru Ionescu antreten musste. Sebastian konnte lange seiner Vorbereitung folgen, verbrauchte aber dann sehr viel Zeit, um sich des Angriffs seines Gegners zu erwehren. Im Gegensatz zur Partie der Beiden vor zwei Jahren nutze aber auch Ionescu seine Bedenkzeit dieses Mal voll aus. Ich stieß dazu, als Sebastian nach der Ausführung seines 28. Zuges Remis angeboten hatte, beide hatten noch etwa fünf Minuten bis zum vierzigsten Zug auf der Uhr. Ionescu investierte etwa drei davon, bevor er ablehnte und gleichzeitig ein Figurenopfer anbot. Nun war es an Sebastian, der nach etwa zwei Minuten beschloss, das Opfer abzulehnen, da es zu einem gefährlichen, weißen Angriff geführt hätte. Im Folgenden hatten beide Spieler je einmal die Chance, die Partie für sich zu entscheiden, was aber Beiden entging. Bei je etwa einer Minute auf der Uhr zog Sebastian die Notbremse und wickelte mittels Qualitätsopfer ins Dauerschach ab, 2,5-2,5.
Eine turbulente Partie spielte Olaf Düber mit Schwarz gegen Markus Tillmann. Zunächst packte Olaf eine Eröffnungsfalle aus, die noch nicht mal Patrick kannte und die im vierten Zug ein blankes Figurenopfer enthielt, das die weiße Dame aber aufs Anstellgleis beförderte. Uwe befürchtete schon einen Einsteller Olafs, aber der Bedenkzeit-Nichtverbrauch sprach für ein vorbereitetes Opfer. Tillmann überlegte lange und fand die zäheste Verteidigung. Olaf setzte nicht optimal fort und ermöglichte Tillmann so das „Opfer“ der Dame gegen einen Turm und zwei Läufer. Dennoch sah zumindest ich Olaf im Vorteil, denn er verfügte über einen gewaltigen Entwicklungsvorsprung und einen Freibauern am Damenflügel. In dieser Konstellation ging es in die Zeitnot, in der ich mich Sebastian zuwandte. Ich ging davon aus, dass Olaf auf Gewinn steht, Olaf hingegen meinte hinterher, dass er sich auf dem Verlustweg wähnte und daher auf „Kampf ums Remis“ umgestellt hatte. Vermutlich lag die Wahrheit irgendwo dazwischen, aber in Zeitnot spielte sich die Stellung deutlich einfacher für Tillmann, der zwischenzeitlich Turmpaar und Läuferpaar auf Olafs König gerichtet hatte und den Punkt für Sundern einfuhr, 2,5-3,5.
Somit brauchten wir zwei Siege aus den zwei verbliebenen Partien, um doch noch aufzusteigen. Leider war Manfred Schneiders Stellung an Brett drei gegen Heinz Plass trotz langer, zäher Verteidigungsarbeit seitens Mannis nach der Zeitnot mit Minusbauer und völliger Passivität glatt verloren. Plass bot remis, um seiner Mannschaft den Sieg zu sichern. Manni überlegte lange, ob es noch „Fudelchancen“ gibt, entschied sich dann aber zu Recht gegen ein Himmelfahrtskommando und akzeptierte die Remisofferte, 3-4 und herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg nach Sundern!
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Andreas Piskorz schraubt sein Ergebnis auf 6 aus 9 bei nur einer Niederlage.

Nur noch für die Galerie war der abschließende Sieg von Andreas Piskorz gegen Peter Kevekordes. Andreas hatte in einem Springer-gegen-Läuferendspiel einen Mehrbauern, dieser war aber verdoppelt, isoliert und blockiert. Wie genau Andreas dieses Endspiel gewann, habe ich nicht nachvollziehen können, möglicherweise spielte auch Kevekordes‘ Spannungsabfall nach dem eingetüteten Aufstieg seiner Mannschaft eine Rolle, 4-4.
Trotz des denkbar knapp und unglücklich verpassten Aufstiegs können wir uns über eine hervorragende Saison freuen, in die wir mit dem Motto „Bloß nicht absteigen“ gegangen waren.
Wie schon erwähnt, gewann Johannes Karthäuser die Torjägerkanone der Verbandsliga mit unglaublichen 7,5/8 und einer DWZ Leistung von 2398!
Trotz der Vizemeisterschaft in dieser Saison ändert sich das Motto für die kommende Saison nicht, die Verbandsliga ist unglaublich ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen, das hat diese Saison wieder einmal gezeigt.

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Erste Mannschaft verpasst Aufstieg in die NRW-Klasse knapp

Montag 11. Mai 2015 von Michael Meinhardt

Leider hat es nicht geklappt! Der Showdown um den Aufstieg in die NRW-Klasse zwischen unserer ersten Mannschaft, dem Tabellenzweiten der Verbandsliga, und dem Spitzenreiter SV Sundern endete nach spannenedem Verlauf mit 4-4.
Auf unserer Seite gewannen Uwe Eckardt und Andreas Piskorz, Remisen steuerten Sebastian Send, Manfred Schneider, Daniel Mohr und ich bei.
Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nach Sundern und viel Erfolg in der NRW-Klasse!
Ein ausführlicher Bericht folgt später.

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