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Archiv für die Kategorie 'Mannschaften'

Punktesammlung in Bad Berleburg

Mittwoch 10. März 2010 von Daniel Mohr

In der letzten Woche hatte ich das (zweifelhafte) Vergnügen, zweimal zu Auswärtsspielen nach Bad Berleburg fahren zu dürfen.
Zunächst einmal stand das im Dezember ausgefallene Spiel gegen die Mannschaft von C4 Chess Club IV auf dem Programm. Die Berleburger Enklave des Haigerer Vereins spielt im Jugendtreff am Marktplatz, eines der wohl schönsten Spiellokale im Bezirk. Kaffee und Kuchen war reichlich im Angebot, die Bretter mit großzügig Platz versehen, ein Billiardtisch sorgte vor und nach den Partien für die nötige Abwechslung.

Da C4 IV ausschließlich aus Jugendspielern besteht, war unser Bestreben, in diesem Kampf auch nur die Jugendlichen spielen zu lassen. Leider war Florian verhindert, daher kam unser Neuzugang Andreas Schöning zu seinem ersten Einsatz. Als Nachmeldung durfte er an Brett 4 ran. Hier zeigte sich recht schnell, dass Andreas schon lange Schach spielt, halt nur noch nicht im Verein. Sein einziger Fehler bestand darin, das er hin und wieder vergaß, die Uhr zu drücken. Da wir ihn aber extra am Abend vorher nochmals darauf hingewiesen hatten, fiel ihm das immer nach einigen Sekunden auf. In der Partie nahm er das Angebot, die Dame durch einen Abzug mit Schach zu gewinnen dankend an und brachte den Rest technisch sicher nach Hause. Somit 1:0 für uns.

An Brett 2 spielte Jan Alhäuser eine sehr wechselhafte Partie. Nach guter Eröffnungsbehandlung mit Schwarz ging ihm wohl der Plan aus, was ihn 2 Bauern nebst Damentausch kostete. Die übermütige Spielöffnung seines Gegners Eike Afflerbach konnte er aber umgehend zum Figurengewinn nutzen. Leider verlor er seine Mehrfigur durch ein Versehen wieder, so dass das Endspiel mit mittlerweile 4 Bauern weniger nicht zu halten war.

Das härteste an einem Mannschaftskampf mit den Jugendlichen ist manchmal, das man die Partien beobachten muss, ohne eine Miene zu verziehen oder einen Kommentar abzugeben. So war auch die Partie von Tim von sehr wechselhaften Verlauf (2. g4 ist jetzt keine so gute Eröffnung…), das große Finale habe ich aber live verpasst, weil ich schon bei der Analyse war:

Somit 1,5 – 1,5 und die Partie von Laurin Göb an Brett 1 lief noch.
Laurin zeigte sich gegenüber dem letzten Einsatz stark verbessert. Hatte er dort noch durch zu schnelles Spiel eine Niederlage an Brett 4 (welche dann auch die Mannschaftsniederlage bedeutete) verursacht, nahm er sich wohl die anschließende Standpauke durch seinen Mannschaftskameraden zu Herzen und ging diesmal vom ersten Zug voll konzentriert zur Sache. In einer hochtaktischen Partie konnte er Malte Afflerbach bezwingen, was so im Vorfeld von uns nicht erwartet worden war. Mit insgesamt 1,5 Stunden Dauer war dies auch die längste Partie im Kampf, auch Malte hatte viel Zeit investiert, allerdings den berühmten letzten Fehler eingestreut.
Damit konnten wir das Nachholspiel mit 2,5-1,5 gewinnen. Zusammen mit dem Sieg am darauffolgenden Tag konnte in der Tabelle erstmal der 4. Platz eingenommen werden.

Eine Woche darauf ging es wieder gen Osten, diesmal zur letzten Runde der Jugendbezirksliga. Insgesamt 9 Mannschaften nahmen an dem Turnier teil, davon alleine 6 Mannschaften vom C4 Chess Club. Leiter mußte die Mannschaft erneut mit nur 3 Spielern antreten, da Laurin kurzfristig erkrankt war.
Doch die Mannschaft schlug sich wacker: in den acht Runden mit jeweils 10 Minuten Bedenkzeit wurde kein einziger Mannschaftskampf verloren. Mit vier abgegebenen 2-2 und vier Siegen konnte der 3. Platz erkämpft werden. Nur die Mannschaften 2 und 3 von C4 konnten sich vor unseren Jugendlichen platzieren.

Mit 8 Punkten aus 8 Partien an Brett 3 hatte Tim dabei die überragende Bilanz (nach Aussage der Mannschaft haben sie an Brett 3 in jedem Turnier 100% geholt, egal wer da gespielt hat). Jan stand dem mit 7 aus 8 an Brett 4 nicht viel nach. Nur Florian hatte gegen Ende des Turnieres seine Probleme, er stellte 3 Gewinnstellungen in Folge ein, was leider eine noch bessere Platzierung verhinderte.
In der Gesamtwertung der Bezirksliga wurde mit diesem Ergebnis ebenfalls der 2. Platz hinter dem C4 Chess Club erreicht.
Alle Ergebnisse auf den Seiten vom C4 Chess Club.

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Fiiiinaaaaleeee oohhoo (oder so ähnlich)

Montag 8. März 2010 von Michael Meinhardt

Durch einen überraschenden 2,5-1,5 Erfolg über die NRW-Klassen-Mannschaft der Kspr. Iserlohn zogen wir erstmals seit vielen Jahren in das Finale des Verbands-Vierer-Pokals ein.
Nach etwas weniger als drei Stunden war die erste Partie beendet. Rene Kramps hatte mich an Brett 3 schon nach drei Zügen „aus dem Buch“ gebracht, vor lauter Schreck bot ich sofort Damentausch an, wonach mir sogar ein kleiner Entwicklungsvorsprung blieb. Kramps neutralisierte diese Initiative und bot mir nach 18 Zügen Remis an, was ich nach gutem Zureden von Uwe annahm, 0,5-0,5.
Hauptgrund für Uwes Optimismus und meinen Remisschluss war das Geschehen an Brett 1 zwischen Sebastian Send und Julian Scheider. Nach einer wilden Eröffnung passierte kurz NACH Kramps Remisangebot Folgendes:

1,5-0,5 also für uns, auf Grund der Berliner Wertung, brauchten wir also nur noch ein Remis, um den Finaleinzug perfekt zu machen. Mein Kandidat für den fehlenden halben Punkt war ganz klar Uwe Eckardt an Brett 2, da er neben der Initiative am Königsflügel auch das Zentrum beherrschte. Er holte auch einen symbolischen Vorteil aus der Stellung raus, aber Stefan Klauke gelang es, einen Bauern zu erobern, der allerdings als isolierter Doppelbauer im Endspiel nicht zu verwerten schien. Leider wählte Uwe mit Damentausch den falschen Remisplan, das entstandene Läuferendspiel konnte Klauke gewinnen, 1,5-1,5.
Dass die Partie an Brett 4 überhaupt die 20-Züge-Marke erreichte, war für mich ein mittleres Wunder, denn Andreas Piskorz war mit Schwarz von Pascal Werrn glatt überspielt worden. Minusbauer, passive Schwerfiguren, schlechterer Läufer und Zentralkönig waren Andreas’ Ausbeute nach der Eröffnung (siehe Bild).

Wenn unsereiner schon fast aufgibt, blüht Andreas erst auf. Werrn ließ leichtsinnigerweise den Abtausch seiner Dame gegen Andreas’ Türme zu, wonach die weißen Türme nicht gut koordiniert waren. Andreas belebte seine beiden verbliebenen Figuren und graste nach und nach die weißen Bauern ab. Werrn gab einen Turm für den wiedererstarkten schwarzen Läufer, aber es war schon zu spät, Andreas schob seinen mittlerweile freien a-Bauern entscheidend vor und gewann diese Partie sogar noch, 2,5-1,5.
Im Finale steht uns nun mit der SGEM Ennepe-Ruhr-Süd ein Ligakonkurrent gegenüber.

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Erfolgreiches Wochenende

Montag 1. März 2010 von Michael Meinhardt

Vier Siege mit drei Mannschaften sowie zwei Qualifikanten für die Südwestfalen-Blitz-Einzelmeisterschaften konnten wir am vergangenen Wochenende feiern.
Am Samstag fanden in Gosenbach die Siegerland-Meisterschaften im Einzelblitz statt. Mit Vorjahressieger Olaf Düber und Stefan Töpler schickten wir zwei Mann ins Rennen. Hinter dem Sieger Christian Reiffenrath (Hellertal) belegte Olaf den zweiten Platz, Stefan wurde Dritter und darf somit ebenfalls an den Südwestfalen-Meisterschaften teilnehmen.
Zeitgleich holte unsere dritte Mannschaft ihren im Dezember ausgefallenen Mannschaftskampf gegen die Wittgenstein-Abteilung des C4 Chess-Clubs nach und gewann mit 2,5-1,5. Fahrer und Coach Daniel Mohr wird zu diesem Kampf noch einen gesonderten Bericht verfassen.
Am nächsten Tag spielte unsere dritte Mannschaft, diesmal in komplett unterschiedlicher Besetzung, gegen die fünfte Vertretung des C4 Chess-Clubs. Martin Schneider, Christian Haßler und Thorsten Hummerich brachten bei einer Niederlage von Florian Schnutz den 3-1 Sieg sicher nach Hause.
Die zweite Mannschaft spielte mit der Top Acht gegen die zweite Mannschaft der Hellertaler Schachfreunde. Leider erschienen nur sieben Spieler, sodass die Zweite direkt einem 0-1 nachlaufen musste. Stephan Toffanello (jetzt 5/5!) glich diesen aus, Matthias Helduser bei seinem ersten Saisoneinsatz, Heinz-Roland Send (5,5/6!) und Werner Brauner (im Bild unten noch skeptisch) gewannen ebenfalls, Stefan Töpler und Roland Brosius spielten Remis, sodass der vorherige Tabellenführer der Bezirksliga mit 5-3 entthront wurde. Für die Zweite stehen nun 8-6 Punkte und Platz fünf zu Buche.

In der Verbandsliga reiste der sieglose Tabellenletzte aus Halver an – leider nur zu siebt, sodass Sebastian Send bereits zum zweiten Mal in dieser Saison kampflos gewann. Pokergott Raphael Gall zeigte am achten Brett, dass er nicht nur mit den reellen und imaginären Plastikchips, sondern auch mit den Holzfiguren umgehen kann. Nachdem er Gerhard Raatz auf taktischem Wege den wichtigen Bauern h7 abgeluchst hatte, nutzte er die entstandene Schneise in der schwarzen Königsstellung, um mit Turm, Läufer und Dame mattgebend einzufliegen, 2-0.
Nach zahmer Eröffnung hatte sich Patrick Scholl am sechsten Brett von Ralph Kämper im Mittelspiel einen rückständigen Bauern auf c3 andrehen lassen, den es zu verteidigen galt. Leider stellte Patrick dafür im falschen Moment seinen Turm nach c2, was den Unglücksraben auf c3 fesselte. Kämper verhaftete den Bauern d4, weiterer Materialverlust folgte und Patrick gab auf, 2-1.
Diesmal erwischte es auch den nun ehemaligen 100%-Mann Andreas Piskorz an Brett 5. Volker Schmidt hatte gegen ihn im Mittelspiel einen Bauern gewonnen, nach einem weiteren Figurenverlust musste auch Andreas aufgeben, 2-2.
Frank Mickischs Partie an Brett sieben war für Außenstehende (zumindest für mich) schwer zu überblicken, wild durcheinander waren die Figuren übers Brett verstreut. Klarer war die Situation auf der Uhr, denn dort war Frank klar im Nachteil. Dies gab letztlich auch den Ausschlag für die Niederlage gegen Olaf Weinreich, 2-3. Somit mussten aus den letzten drei Partien 2,5 Punkte her, um den Kampf noch zu gewinnen, allerdings sah es danach nicht unbedingt aus.
Uwe Eckardt hatte an Brett zwei etwas Druck gegen den gegnerischen König aufgebaut, Zählbares war dabei aber nicht rausgesprungen. Gemäß der alten Weisheit „Zerr die Jugend ins Endspiel“ wickelte Uwe in ein Doppelturmendspiel ab, aber auch hier verteidigte sich Alexander Kelbling erfolgreich, 2,5-3,5.
An Brett drei stand Olaf Düber lange Zeit bequemer, echter Vorteil war aber nicht nachzuweisen. In Zeitnot verteidigte sich Gerson Heuser ungenau, was Olaf gekonnt ausnutzte und in ein gewonnenes Läuferendspiel abwickelte. Leider unterlief ihm hier eine Fehleinschätzung, nach der die Partie wieder in der Remisbreite war. Heuser fand aber nicht den richtigen Verteidigungsplan, ein zweites Mal ließ Olaf sich diese Chance nicht entgehen und glich den Kampf zum 3,5-3,5 aus.
Das Wohl und Wehe des Kampfes hing somit an meiner Partie gegen Helmut Hermaneck. Zum Entsetzen meiner umstehenden Teamkollegen war die Partie in einem Turmendspiel gelandet, das allerdings auf Grund eines vorgerückten b-Freibauern vorteilhaft für mich war. Um diesen Vorteil in den ganzen Punkt umzuwandeln, galt es unzählige Varianten durchzurechnen. Klar war, dass Hermaneck seinen Turm für den Freibauern geben muss, was meinen König aber weit ab vom künftigen Geschehen am Königsflügel ablenkt. Der weiße Plan bestand dann daraus, meine beiden Königsflügel-Bauern abzutauschen und mit dem letzten vom König unterstützten Bauern gegen den blanken Turm Remis zu halten. Nach langem Überlegen wählte ich einen Plan, der den weißen König frühzeitig entlang der vierten Reihe vom Geschehen abschnitt (Im Bild unten bestens zu erkennen, gutes Timing von Uwe Eckardt). Dadurch konnten die weißen Bauern am Königsflügel nicht vorrücken, ohne meinem Turm in die Arme zu laufen. Weiß blieben also nur unnütze Königszüge, während ich in aller Ruhe mit meinem König zurücklaufen konnte. Hermaneck erkannte dies und gab sich geschlagen.

Somit besiegten wir mit viel Dusel den Tabellenletzten mit 4,5-3,5 und setzen uns mit 9-5 Punkten auf dem dritten Platz der Verbandsliga fest.

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Das Vierer-Pokal-Hühnchen trägt weiterhin Federn!

Sonntag 31. Januar 2010 von Michael Meinhardt

Durch einen denkbar knappen 2,5-1,5 Erfolg bei der SVG Plettenberg erreichten wir das Halbfinale des Südwestfalen-Vierer-Pokals! Doch der Reihe nach:
Auf Grund des „Schneechaos“ (früher nannte man das Winter) entschieden wir uns erstmals überhaupt für eine Mannschaftskampf-Anreise mit der Bahn. Glücklicherweise ist die Bahnverbindung Weidenau-Plettenberg ähnlich schnell wie eine Autofahrt und auch der Fußweg Bahnhof-Spiellokal war innerhalb von 10 Minuten zu bewältigen. Vor Ort schauten wir uns die überraschende Aufstellung der Gastgeber an, „nur“ zwei Leute aus der Verbandsligatruppe (Thomas Kuhnen und Dawid Kulik), aber mit dem seit Jahren in England lebenden Mike Richardt, der nur zufällig im heimatlichen Plettenberg weilte und dem talentierten Jugendlichen Marc Schulze zwei starke Leute aus der zweiten Mannschaft an den hinteren Brettern.
Die erste Entscheidung fiel dann nach dreieinhalb Stunden am letzten Brett. Schulze hatte Patrick Scholl in der Eröffnung freiwillig das Läuferpaar überlassen, entwickelte dafür aber ein sizilianisch-typisches Gegenspiel am Damenflügel, was ihm beim Übergang ins Endspiel einen Bauern einzubringen schien. Doch Patrick hatte weiter gerechnet (behauptete er zumindest hinterher), er gewann den Bauern zurück und eroberte gestützt auf den mächtigen Käpt’n Läuferpaar (unten im Bild) nun seinerseits einen Bauern. Schulze gab unnötigerweise einen weiteren Bauern, wonach Patrick die Partie sicher nach Hause fuhr, 1-0.

Etwa gleichzeitig hatte mir Mike Richardt ein Remisangebot unterbreitet, das ich angesichts der total ausgeglichenen Stellung nicht ablehnen konnte. Nach der Eröffnung hatte Richardt aktiver gestanden, aber an einer Stelle den falschen Plan verfolgt und daraufhin durch komplette Turmabholzung auf der d-Linie den Remishafen angesteuert. Ich wartete dennoch etwas ab, da Sebastian klar besser (wie Uwes PocketFritz auf der Heimfahrt ausspuckte sogar klar auf Gewinn) stand, dann allerdings ein überflüssiges Figurenopfer brachte. Kuhnen konterte mit einem Rückopfer, wonach ein remises Turmendspiel entstand. Da ich bei mir keinen Ansatz mehr sah, realistisch auf Gewinn zu spielen, nahm ich das Remisangebot an, auch Sebastian folgte kurz später, 2-1.
Nun mussten wir uns auf die sprichwörtlichen Verteidigungskünste von Uwe Eckardt (in Fachkreisen auch „die Schuhsohle“ genannt) verlassen, da eine Niederlage seinerseits auf Grund der Berliner Wertung auch unser Ausscheiden aus dem Pokal bedeutet hätte. Nach der Zeitkontrolle, die Dawid Kulik mit nur einer Sekunde auf der Analoguhr(!) geschafft hatte, sah es aber zunächst so aus, als hätten auch Uwes Nehmerfähigkeiten ihre Grenzen. Die Plettenberger kamen mit zunehmend helleren Mienen in den Analyseraum („Dawid steht klar auf Gewinn.“), aber ich verbreitete Zweckoptimismus („Uwe hat schon schlechtere Endspiele gehalten.“). Tatsächlich hatte Kulik sich am Königsflügel zwei gefährliche Freibauern geschaffen, die noch dazu von seinen restlichen Figuren (König, Turm und Läufer) unterstützt wurden. Uwe grätschte in der Zeit den weißen c-Bauern ab, um seinerseits mit dem d-Bauern loslaufen zu können. Kuliks f-Bauer war schneller, Uwe opferte seinen Turm für diesen und erwischte auch noch den gegnerischen Läufer. Es entwickelte sich ein Wettrennen zwischen Kuliks h-Bauern und Uwes d-Bauern, den er geschickt mit Springer und König vor dem Zugriff des gegnerischen Turms schützte. Beide wandelten gleichzeitig um, doch Uwe war am Zug und konnte mit der neuen Dame und dem verbliebenen Springer eine Dauerschach-Schaukel konstruieren, 2,5-1,5. Wieder mal ein Lehrbeispiel Uwes für die SchachMagazin64-Serie „Raus aus dem Schlamassel“. Auf das Fazit der Partie zeigte der Matchwinner selbst:

In der nächsten Runde am 6.3. in Geisweid will uns die NRW-Klassen-Mannschaft der Kspr. Iserlohn ans Gefieder.

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Sieg, Remis und Niederlage

Montag 18. Januar 2010 von Michael Meinhardt

Nach einer Schweigeminute für unseren verstorbenen Ehrenvorsitzenden Walter Jung begannen am Sonntag die Heimkämpfe unserer drei Mannschaften.

In der Verbandsliga hatte es die erste Mannschaft mit dem Tabellenzweiten, der SVG Lüdenscheid, zu tun.
Bereits nach neun Zügen aber anderthalb Stunden endete die Partie an Brett vier, Daniel Mohr bot gesundheitlich angeschlagen Remis an, was sein Gegner Philipp Denger gerne annahm, hatte er doch noch eine mehrstündige Heimfahrt vor sich.
Unseren ersten vollen Punkt holte mal wieder der 100%-Mann an Brett fünf. Bedingt durch einen Fingerfehler kreierte Andreas das Piskorz-Gambit, das aber vermutlich keine bewussten Nachahmer finden wird. Durch ungenaues Spiel von Ivan Scherbanev erhielt Andreas vage Kompensation in Form von Gegenspiel auf den schwarzen Feldern, wodurch er im Mittelspiel den verlorenen Bauern zurückeroberte. Nach einem kurzen Gemetzel erreichte Andreas ein Dame/Läufer-Endspiel, in dem er die größere Aktivität seiner Figuren geschickt nutzte, um in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln, 1,5-0,5.
Wider erwarten gingen wir sogar mit 2,5-0,5 in Führung. Nach der Eröffnung, in der mein Gegner Andreas Schäfers an Brett drei verschiedene Ideen des Damengambits kreativ vermischte, hatte ich zunächst an leichten Ausgleich geglaubt, übersah aber einen Zwischenzug, nach dem ich eine Qualität opfern musste. Glücklicherweise erhielt ich dafür wenigstens einen Bauern, aber echte Überlebenschancen gab ich mir nicht. Schäfers versäumte jedoch an einer Stelle einen Turmtausch und gab mir dadurch die Möglichkeit, mit meinen drei verbliebenen Figuren (Turm, Läufer, Springer) über seinen König herzufallen und diesen in ein Mattnetz zu zerren.
Kurze Zeit später musste Uwe Eckardt an Brett zwei gegen Ralf Larisch erstmals in dieser Saison die Waffen strecken. Nachdem sich auf der einzigen offenen Linie alle Türme abgetauscht hatten, drangen beide mit der Dame in das gegnerische Hinterland ein. Aber während sich Larischs Figuren gegenseitig deckten, musste Uwe den Verlust mehrerer Bauern verkraften, was er nicht kompensieren konnte, 2,5-1,5.
An Brett sieben musste Frank Mickisch gegen den frisch gekürten Sauerlandmeister Ryszard Galicki antreten. Nach einem unübersichtlichen Mittelspiel hatte Frank einen Läufer mehr, den er sehr effektiv auf g2 in der weißen Königsstellung parkte. Darauf gestützt gelang es ihm schnell, eine unparierbare Mattdrohung aufzubauen, 3,5-1,5.
Patrick Scholl war an Brett sechs in der Eröffnung auf Bauern- und Figurenjagd gegangen, bezahlte dies aber mit chronischer Unterentwicklung. Sein Gegner Klaus Schwarz fand keinen direkten KO (wir in der nicht-computergestützen Casa-Analyse allerdings auch nicht) und begnügte sich mit einem ungleichfarbigen Läuferendspiel mit zwei Mehrbauern. Diese reichten aber nicht zum Gewinn, Patrick (im Bild neben dem Brett stehend) hielt das Endspiel souverän Remis, 4-2.

Die Partie an Brett eins zwischen Sebastian Send und Thomas Windfuhr habe ich (mal wieder) nicht verstanden. Nach der Zeitkontrolle wagte ich einen flüchtigen Blick und sah, dass Sebastian einen Turm gegen einen Läufer und zwei Bauern hatte. Meinen Hinweis an Sebastian „Remis reicht, kein Harakiri!“ beantwortete Sebastian knapp mit „Ich stehe platt, guck mal richtig hin.“ So platt war es dann aber nicht, Windfuhr verzettelte sich und Sebastian konnte ein Turmpaar tauschen, wonach sich die Mehrqualität durchsetzte (unten im Bild, Weiß kann …Td1 mit Matt oder Damengewinn nicht [Edit nach Augenzeugenbericht durch Uwe: nur mit Ld4, was nach ...Dxg3+ 2.Kf1 Df3+ 3.Ke1 Te6+ auch zur Aufgabe führte.] verhindern), 5-2.

Damit war der letzte Akt an Brett acht zwischen Raphael Gall und Michael Wärtsch für den Kampfverlauf unwichtig. Raphael entschloss sich daher mit Zeitvorteil ein Springer-gegen-Läufer-Endspiel auf Gewinn zu kneten, was er auch zunächst erfolgreich tat. Leider stellte er, jetzt auch selbst in Zeitnot, einzügig zwei Bauern ein, wonach sich die Stellungsbewertung um 180° drehte, 5-3 und damit der zweite Platz in der Verbandsliga. Am nächsten Spieltag geht es zum Tabellenführer nach Sundern.
4-4 spielte die zweite Mannschaft in der Bezirksliga gegen den Siegener SV III. An den ersten drei Brettern punkteten Stephan Toffanello, Stefan Töpler und Heinz-Roland Send voll, dahinter folgten noch zwei Remisen an sechs und sieben durch Hans-Wolfgang Dittmann und Roland Brosius. Damit rutscht die zweite Mannschaft auf den vierten Platz in der Bezirksliga zurück.

In der Kreisliga verlor die dritte Mannschaft (im Bild auf der rechten Seite) mit 1,5-2,5 gegen Siegen V. Martin Schneider gewann kampflos am Spitzenbrett, Laurin Göb zeigte am vierten Brett (noch) Schwächen in der Bedenkzeiteinteilung, wodurch er in viel versprechender Stellung zu hastig zog und einen Konter übersah. Christian Haßler lehnte an Brett zwei trotz Minusbauern ein Remisangebot ab, da er seine Angriffschancen überbewertete und verlor. Florian Schnutz kämpfte über drei Stunden um den Sieg, konnte aber einem Dauerschach nicht ausweichen.

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